
In gut dreieinhalb Wochen soll auf Deutschlands höchstem Berg die Skisaison beginnen. Bisher spielt der Himmel aber kaum mit: Statt kräftiger Schneefälle bestimmt eine trockene Ostlage das Wetter in den Alpen. Ob der 27. November als Starttermin hält, entscheidet sich erst im Laufe des Monats. Auch beim Preis müssen Wintersportler umdenken.
Start am 27. November unter Vorbehalt
Die Bayerische Zugspitzbahn plant den Skibetrieb auf dem Zugspitzplatt vom 27. November 2026 bis zum 2. Mai 2027. Die Pisten liegen zwischen rund 2.000 und 2.720 Metern und sind überwiegend leicht bis mittelschwer. Der Termin soll im November noch einmal anhand der Schneelage überprüft werden, Garmisch-Classic soll im Dezember folgen. In Österreich laufen die Lifte auf den Gletschern teils schon seit Ende September. Am Kaunertaler Gletscher mussten die Betreiber den Start allerdings wegen anhaltender Wärme verschieben.
Hochdruck hält den Nachschub fern
Das Höhentief zu Allerheiligen hat den Alpen nur wenige Zentimeter Neuschnee gebracht. Jetzt setzt sich eine trockene Ostlage durch: In den Tälern und im Alpenvorland hält sich oft zäher Nebel, in den Bergen scheint dagegen häufig die Sonne, nachts gibt es Frost. Nennenswerten Niederschlag erwarten wir in dieser Woche nicht. Einzelne Modellläufe zeigen um den 10. und 11. November einen Vorstoß kalter Luft aus Nordosten. Diese Entwicklung ist noch unsicher. Und selbst wenn sie kommt, wäre die Luft eher kalt als schneereich, denn für eine tragfähige Unterlage braucht es ergiebige Niederschläge.
Teurere Pässe, weniger Schnee in tiefen Lagen
Laut Verband Deutscher Seilbahnen kostet ein Tagesskipass in deutschen Skigebieten in diesem Winter im Schnitt 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie stark tiefere Lagen unter Druck stehen, zeigt Oberammergau: Am Kolben wird die Piste nicht mehr präpariert. Nach Angaben der Betreiber rechnete sich der Skibetrieb dort seit Jahren nicht mehr, auch weil Niederschläge zunehmend als Regen fallen. Auf der Zugspitze lag im November 2025 laut DWD-Monatsrückblick höchstens 130 Zentimeter Schnee, gemessen am 27. November. Der Novemberrekord stammt aus dem Jahr 1952 mit 460 Zentimetern.
Johannes Graf
B. Sc. Meteorologie
Schon seit meiner Kindheit empfinde ich eine große Leidenschaft für meteorologische Phänomene. Das Wetter draußen zu beobachten sowie die ständigen Schwankungen des Thermometers faszinieren mich nach wie vor. Diese Verbundenheit mit der Meteorologie motivierte mich dazu, ein Meteorologiestudium am Karlsruher Institut für Technologie zu absolvieren. Seit April 2022 lebe ich meine Leidenschaft beruflich aus und bin Mitglied des Teams bei Q.met.



