
Der Juli 2026 geht als Extremmonat in die Statistik ein: viel zu warm, ungewöhnlich sonnig und in weiten Teilen des Westens historisch trocken. Der Deutsche Wetterdienst hat jetzt Bilanz gezogen – und in zwei Bundesländern fiel so wenig Regen wie in keinem Juli seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Die Folgen reichen von den Feldern bis in die Flüsse.
19,7 Grad und nur 40 Liter Regen
Nach den vorläufigen Auswertungen des DWD lag die Mitteltemperatur im Juli bei 19,7 Grad und damit 2,8 Grad über dem international gültigen Referenzwert der Jahre 1961 bis 1990. Auch gegenüber der jüngeren Periode 1991 bis 2020 bleibt ein deutliches Plus von 1,4 Grad. Beim Niederschlag fielen deutschlandweit nur rund 40 Liter pro Quadratmeter statt der üblichen 78 Liter – es war bereits der fünfte zu trockene Monat in Folge. Am kühlsten wurde es am 24. Juli mit 2,9 Grad in Schorndorf-Knöbling in Bayern, zum Monatsende schoss das Thermometer dann noch einmal in Richtung 40 Grad.
Historische Tiefstwerte im Westen
Am extremsten fiel die Trockenheit westlich des Rheins und in der Mitte aus. In Nordrhein-Westfalen kamen nur etwa 18 Liter pro Quadratmeter zusammen und damit weniger als im bisherigen Rekordjuli 2018 mit 26 Litern – am Niederrhein blieb es teilweise sogar unter 10 Litern. Hessen unterbot mit rund 14 Litern ebenfalls alles seit Messbeginn 1881 und war damit die trockenste Region des Landes. Gleichzeitig strahlte die Sonne ungewöhnlich lange: Deutschlandweit wurden 272 Stunden registriert, im Saarland mit etwa 350 Stunden sogar so viele wie in keinem Juli zuvor.
Trockene Böden, niedrige Pegel, schwache Ernte
Die Folgen dieser Wetterlage sind längst sichtbar. Der DWD verweist auf hohe Waldbrandgefahr, sehr niedrige und für die Schifffahrt problematische Wasserstände sowie massive Ertragseinbußen bei der Getreideernte. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums UFZ zeigt für Süd- und Südwestdeutschland großflächig schwere bis extreme Trockenheit im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Und Entspannung ist kaum in Sicht: Der August startet nach den aktuellen Prognosen erneut warm bis heiß, der Regen kommt vor allem als lokaler Gewitterschauer – und der versickert schnell, ohne das Defizit auszugleichen.